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Auf die Sekunde genau: Unsere Top 5 der präzisesten Uhren

Für die meisten Uhrenliebhaber spielen Kosten, Funktionalität, das Design und natürlich auch der Prestigefaktor eine wichtige Rolle, wenn es um den Kauf einer Uhr geht. Doch gibt es ein simples, aber entscheidendes Element, das angehende Uhrenbesitzer allzu oft vernachlässigen: die Ganggenauigkeit.

Aber was ist eigentlich mit dem Begriff „Ganggenauigkeit” gemeint? In erster Linie sollte beachtet werden, dass „Genauigkeit” und „Präzision” nicht austauschbar sind. Häufig wird umgangssprachlich gesagt, eine Uhr sei präzise oder genau und darunter dasselbe verstanden. Tatsächlich handelt es sich um völlig unterschiedliche Bedeutungen. Wir messen die Leistung eines Zeiterfassungsgerätes anhand von zwei Faktoren: Die Genauigkeit und die Geschwindigkeitsstabilität.

Wenn eine Uhr genau mit der „Coordinated Universal Time (UTC)” synchronisiert ist, die der Bezugspunkt für andere Zeitzonen ist; und einen Tag später 1,3 Sekunden zu schnell ist, dann ist die Uhr innerhalb von 1,3 Sekunden pro Tag genau. Die Geschwindigkeitsstabilität hingegen sagt aus, wie genau ein Zeitmessgerät über ein bestimmtes Zeitintervall hinweg Zeit mit der gleichen Genauigkeit produzieren kann. Im Wesentlichen sagt uns die Stabilität nicht, ob die Zeit korrekt ist, sondern ob sie konsistent ist. Wenn Sie eine Uhr mit einer stabilen Geschwindigkeitsstabilität besitzen, können Sie eine Präzisionsuhr ihr Eigen nennen.

Die tägliche Gangabweichung an einem Tag kann +/-10 Sekunden betragen. Am nächsten Tag kann es +/- 8 sein, dann wieder +/-10, dann +/- 5, dann +/- 7, dann +/- 4. Nach fünf Tagen scheint die Uhr genau auf den Zeitstandard synchronisiert zu sein – und doch ist das nicht der Fall: Es handelt sich nicht um eine präzise Uhr, sondern um pures Glück, im richtigen Moment einen Blick auf die Uhr geworfen zu haben. Nicht wirklich ideal, wenn Sie eine Präzisionsuhr suchen.

Ganggenauigkeit: Quarzuhren

Die genauesten Uhren auf dem Markt verwenden Quarzuhrwerke. Die Quarzindustrie hatte in den 70er Jahren aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, ihrer schmalen Gehäuse und ihres geringen Energieverbrauchs einen Vorteil und alle Modelle mit 32 kHz-Quarzen als Oszillatoren standardisiert. So sendet die Batterie in einer Quarzuhr über eine elektronische Schaltung Strom an den Quarzkristall. Der Kristall schwingt mit einer präzisen Frequenz: Genau 32768 mal pro Sekunde. Die Schaltung zählt die Anzahl der Vibrationen und erzeugt daraus regelmäßige elektrische Impulse, einen pro Sekunde. Was diese Impulse bewirken, ist entweder die Versorgung einer LCD-Anzeige oder den Antrieb eines kleinen Elektromotors, der Zahnräder dreht, die wiederum den Sekunden-, Minuten- und Stundenzeiger der Uhr drehen.

Elektronische Geräte, die die Schwingungen (Schwingungoszillation) von günstigen Kristallen messen, haben sich als viel präziser erwiesen als unsere größten mechanischen Anstrengungen. Die besten Quarzuhren messen ihre verlorenen Sekunden über Jahre hinweg und nicht über Tage. Dies ist einer der besten Gründe für eine Quarzuhr, wenn die Entscheidung zwischen Automatik und Batterie noch nicht gefallen ist.

Ganggenauigkeit: Mechanische Uhren

Mechanische Uhren haben ihren ganz eigenen Charme. Wenn allerdings die Genauigkeit eine wichtige Rolle spielt, gibt es mehr Faktoren zu berücksichtigen, denn diese kann von Tag zu Tag variieren. Folgende Punkte sind zu bedenken:

Position: Die Uhr gewinnt oder verliert Zeit, wenn sie aufgrund der Schwerkraft in einer einzigen Position ruht. Hier kommt die sogenannte Unruh ins Spiel, die sich einstellt, um Zeitverluste und -gewinne in verschiedenen Positionen auszugleichen. Eine angepasste Uhr sollte bei täglichem Tragen innerhalb der Spezifikation funktionieren. Wenn Sie Ihre Uhr nachts abnehmen, können Sie verschiedene Platzierungen testen, um die ideale Position zu finden, die am wenigstens Zeitverlust verursacht. Generell empfehlen wir, die Uhr immer flach mit dem Zifferblatt nach oben zu platzieren.

Darüber hinaus ist auch die Temperatur ein wichtiger Faktor. Viele moderne Uhren sind so konzipiert, dass sie Temperaturschwankungen ausgleichen, es sei denn, die Uhr ist extremen Wetterveränderungen ausgesetzt. Aber selbst dann kann eine einfache Anpassung das Problem lösen.

Eine neue mechanische Uhr wird einige Wochen brauchen, bis sie ihren Schwung findet und die Zeit „genau” hält. Dies geschieht in der Regel dann, wenn die Schmierstoffe im Inneren der Uhr gleichmäßig verteilt sind. Sollten Sie feststellen, dass Ihre Uhr nach den ersten Wochen langsamer oder schnell läuft, können Sie sich entweder für eine Regulierung oder eine Einstellung entscheiden.

Regulierung: Wenn Ihre Uhr entweder zu schnell oder langsam läuft, wäre die Lösung, die Schlagzahl entsprechend zu regeln. Dies ist ein einfacher Prozess und kann durch Drehen einer Schraube schnell erledigt werden. Ein qualifizierter Uhrmacher wird diese Aufgabe in wenigen Minuten mit der richtigen Ausrüstung erfüllen – in unserer CHRONEXT-Meisterwerkstatt einer der häufigsten Eingriffe.

Einstellung: Dies gilt vor allem für Uhren, die zu langsam oder zu schnell und zusätzlich nicht gleichmäßig laufen, insbesondere in verschiedenen Positionen. Hier wird die Unruh so eingestellt, dass sie die unterschiedlichen Positionen ausgleicht. Ebenfalls ein einfacher Vorgang, erfordert aber mehr Zeit, da jede Position überwacht und eingestellt werden muss.

Da Sie nun einen Überblick über die Genauigkeit von Luxusuhren haben, stellen wir Ihnen einige Modelle vor, die die Uhrmacherkunst mit rein mechanischen Mitteln erreicht hat – Vorhang auf für die CHRONEXT Top 5 der präzisesten Uhren mit mechanischem Uhrwerk:

Rolex Datejust 41

Es wäre verkehrt, die Datejust als den präzisesten Zeitmesser aus dem Hause Rolex zu würdigen, denn alle Rolex Uhren werden in der hauseigenen Manufaktur getestet und müssen die extrem strengen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Präzision mit einer Mindestgenauigkeit von +/- 2 Sekunden pro Tag erfüllen. Weshalb also ausgerechnet die Datejust 41?

Die Datejust 41 (Ref. 126300) gehörte zu den ersten Uhren, die das neue Rolex-Kaliber 3235 erhielt. Es ist sicherlich eines der besten Uhrwerke auf dem Markt und hat die bisherige 3135-Serie komplett ersetzt. Durch die patentierte, hocheffiziente Chronergy-Hemmung und Neuerungen bei der Konstruktion des Federhauses wird eine beachtliche Gangreserve von 70 Stunden ermöglicht. All das finden Sie in einer Uhr, die für ihre klassische und dezente Eleganz bekannt ist.

Gangreserve: 70 Stunden

Omega Planet Ocean

Wenn es um die präzisesten Uhren geht, war der langjährige Konkurrent von Rolex schon immer Omega. Beide Marken haben Pionierarbeit geleistet und die wohl qualitativ hochwertigsten Uhrwerke in der Geschichte der mechanischen Uhren hergestellt. Das Kaliber 8500, das 2007 erstmals vorgestellt wurde, ist eines der besten Uhrwerke von Omega. Das 8500 ist bekannt für seine Co-Axial-Hemmung, eine bahnbrechende Erfindung von Georges Daniels, die später von Omega gekauft wurde. Es ist zwar nicht das erste Uhrwerk, das mit dieser patentierten Co-Axial-Hemmung ausgestattet ist, aber es war das erste, das das volle Potenzial der Hemmung ausschöpfte, indem es extrem reibungsarme Materialien verwendet, um den Verschleiß zu reduzieren und die Lebensdauer zu erhöhen. Wie sein Rivale Rolex, weist auch Omega die extreme Präzision durch zusätzliche Tests nach, die weit über die vom COSC festgelegten Industriestandards hinausgehen. Warum also nicht eine Planet Ocean als Uhr der Wahl?

Gangreserve: 60 Stunden

Breitling Superocean Heritage II

Diese hervorragende Taucheruhr, die bei den letzten Baselworld-Messen für Furore sorgte, verfügt über ein wirklich ausgezeichnetes Uhrwerk, das sich Breitling „B20” nennt. Ursprünglich wurde es von Tudor, dem Juniorpartner von Rolex hergestellt und war unter dem Namen „MT5612” bekannt. Normalerweise fertigt Breitling seine Werke in der eigenen Manufaktur, im Falle des Kalibers B20 arbeitet Breitling jedoch mit Tudor zusammen und bündelt so das Know-How.
Das B20 ist zugegeben nicht das gangstabilste Uhrwerk, das jemals gebaut wurde, aber es hat in der gesamten Branche begeisterte Kritiken erhalten. Seine Stärke liegt nicht nur in der Präzision, sondern auch im sehr ausgewogenen Gang und seiner Langlebigkeit. Das Uhrwerk wurde entwickelt, um auch unter den härtesten Bedingungen, denen Sportuhren sehr oft ausgesetzt werden, hochpräzise zu bleiben.

Gangreserve: 70 Stunden

Zenith El Primero

Fast wäre Zenith während der Quarzkrise der 70er und 80er Jahre verschwunden, doch in den letzten 50 Jahren konnte die Marke in puncto mechanischer Technologie bemerkenswerte Dinge erreichen und sich so zurückkämpfen. Die neue Zenith Defy Lab (und die diesjährige Neuheit Zenith Defy Inventor) ist wohl die präziseste mechanische Uhr, die je hergestellt wurde. Die Zenith Defy Lab schlägt mit einer Frequenz von 15 Hz und die Gangabweichung liegt bei maximal 0,3 Sekunden pro Tag. Leider bleibt sie ein Prototyp, der momentan nicht verfügbar ist.

Der El Primero hingegen ist seit seiner Einführung als erster automatischer Chronograph im Jahr 1969 sehr beliebt. Er ist der präziseste Serien-Chronograph der Welt und sein Uhrwerk schlägt mit einer außergewöhnlichen Frequenz von 5 Hz, seine unfehlbare Präzision ist wirklich eine der größten Leistungen der modernen Uhrmacherkunst. Außerdem ist das klassische Design so cool wie eh und je.

Gangreserve: 50 Stunden

TAG Heuer Carrera Kaliber 36

Das Kaliber 36 ist eine modifizierte Version des soeben genannten El Primero. Wie sein LVMH-Partner Zenith experimentierte auch TAG Heuer in den letzten Jahrzehnten mit dem Erreichen höchster Ganggenauigkeit und produzierte außergewöhnliche Konzeptuhren wie die Mikrotimer und Mikrogirder und das beeindruckende Kaliber 360, das auf die Hundertstelsekunde genau ist. Für diejenigen unter uns, die jedoch nicht vorhatten mehr als 120.000 Euro für eine höchstpräzise Uhr zu bezahlen, empfehlen wir die Carrera Kaliber 36.

Gangreserve: 50 Stunden

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